ZUSAMMENFASSUNG

Das Buch <VEDANTA – Der Ozean der Weisheit> mit versammelten Beiträgen aus dem umfangreichen Werk von Swami Vivekananda vermittelt eine Einführung in die spirituellen Lehren der VEDANTA-Tradition. In den Vorbemerkungen zum Buch beschreibt der Herausgeber Swami Chetananda die Schwierigkeit auf die Frage «Was ist Vedanta?» in wenigen Worten eine Antwort zu geben. Gleichwohl gelingt es ihm in einem zusammenfassenden Überblick, die zentralen Punkte herauszuheben. Der folgende Beitrag ist ein Zitat aus seinem Vorwort.

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«DIE WICHTIGSTEN GRUNDLAGEN

des Vedanta sind:

 

Brahman ist die letzte Wirklichkeit,

das Eine ohne ein Zweites.

Es ist Sein-Bewusstsein-Seligkeit im absoluten Sinne. Es ist jenseits von Namen und Formen, frei von Eigenschaften, ohne Anfang und Ende. Es ist die unwandelbare Wahrheit, jenseits von Raum, Zeit und Kausalität. Aber dieses unendliche Brahman manifestiert sich als Universum und individuelle Wesen durch seine unergründliche Macht der Maya. So wird das Eine zur Vielfalt. Brahman in Verbindung mit seiner Maya wird Gott oder Ishvara genannt.

Das Universum ist eine Erscheinung,

wie Wasser in einer Luftspiegelung.

Wir nehmen das Universum in Raum, Zeit und Kausalität wahr. Raum beginnt, wenn man einen Körper annimmt; Zeit beginnt, wenn wir anfangen zu denken; und Kausalität beginnt, wenn man Begrenzungen unterliegt. Dieses schöne, greifbare Universum verschwindet aus unserem Bewusstsein, wenn wir einschlafen oder in Samadhi gehen, und es taucht im Wachzustand wieder auf. Somit existiert diese Welt nur im Denken.

Menschen sind göttlich.

Ihr wirkliches Wesen ist der Âtman,

der unendlich, ewig, rein, leuchtend, ewig frei, selig und identisch mit Brahman ist. Die Menschen sind keine Sünder. Sie machen Fehler und leiden durch Nichterkenntnis. Wie Dunkelheit verschwindet, wenn das Licht kommt, so verschwindet Nichterkenntnis mit dem Erscheinen von Erkenntnis. Freude ist nur in Freiheit, die, wie der Vedanta erklärt, die wahre Natur aller Wesen ist. Das Ziel des menschlichen Lebens ist, Gott zu verwirklichen, und der Zweck der Religion ist, uns zu lehren, wie unsere innere Göttlichkeit manifestiert werden kann.

Wie kann die innere Göttlichkeit manifestiert werden?

Vedanta schlägt vier Yogas vor:

a) Karma-Yoga, den Weg des selbstlosen Handelns

b) Jnana-Yoga, den Weg der Erkenntnis

c) Raja-Yoga, den Weg der Meditation

d) Bhakti-Yoga, den Weg der Liebe zu Gott

Das Wort Yoga bezeichnet die Vereinigung der individuellen Seele mit der kosmischen Seele.

Es gibt nur eine Wahrheit und sie ist universal.

Sie kann nicht auf ein Land oder eine Rasse oder ein Individuum begrenzt werden. Alle Religionen der Welt drücken dieselbe Wahrheit in verschiedene Sprachen und auf verschiedene Weisen aus. So wie die Sonne niemandes Besitz ist, so ist auch die Wahrheit nicht auf eine besondere Religion oder Philosophie beschränkt. Niemand kann sagen die Sonne sei christlich, hinduistisch, buddhistisch, jüdisch oder islamisch. Vedanta verkündet vielmehr die Harmonie der Religionen. Wie verschiedene Flüsse, die verschiedenen Quellen entspringen, alle im Ozean münden und ihre Namen und Formen verlieren, so führen die verschiedenen religiösen Pfade, die die Menschen aufgrund unterschiedlicher Neigungen wählen, zu dem einen Gott oder der Wahrheit. »

GLOSSAR

Âtman – das wahre Selbst des Menschen

Brahman – das Höchste oder Absolute, Gott

Maya – die kosmische Illusion

Samadhi – meditative Gipfelerfahrung